{"id":2,"date":"2016-05-10T03:48:21","date_gmt":"2016-05-10T03:48:21","guid":{"rendered":"http:\/\/wordpress.ruller-wallfahrt-meppen.de\/?page_id=2"},"modified":"2023-07-27T20:20:00","modified_gmt":"2023-07-27T20:20:00","slug":"geschichte","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/www.ruller-wallfahrt-meppen.de\/?page_id=2","title":{"rendered":"Geschichte"},"content":{"rendered":"<p>Wie lange es die Meppener Wallfahrten nach Rulle gibt, l\u00e4sst sich nicht genau nachweisen, zweihundert Jahre, ja nach verschiedenen Quellen und Ansichten sogar mehr als dreihundert Jahre.<\/p>\n<p>Auch \u00fcber die Gr\u00fcndung des \u201eRuller Walfahrtsverein Meppen e.V.\u201c, so die heutige Bezeichnung, liegen keine Aufzeichnungen und Protokolle vor; es gibt ebenfalls keine Hinweise auf eine Gr\u00fcndungsversammlung in der damaligen Presse.<\/p>\n<p>Die Gr\u00fcndung des Vereins war aber wohl, wie es m\u00fcndlich innerhalb der Generationen seitdem weitergeben wurde und beweisf\u00fchrend aus anderen Quellen recherchiert werden kann, im Herbst des Jahres 1892. Der damalige Propsteiadjunkt Dr. Johannes Freese wollte zum einen den Eifer der Meppener f\u00fcr die Wallfahrt nach Rulle neu beleben und das Ansehen der Pilger erh\u00f6hen, zum anderen entsprach er damit gleichzeitig einem Wunsch seines Bischofs.<\/p>\n<p>Erste Aufzeichnungen enth\u00e4lt das im Jahr 1893 begonnene und noch vorhandene \u201eCa\u00dfa-Buch des Wallfahrtsvereins zu Meppen\u201c. \u00c4lteste Eintragungen sind vermerkt vom 23. April 1893 f\u00fcr die Ausgabe zur Anschaffung einer Vereinsfahne und im Mai des gleichen Jahres zur Einnahme von Vereinsbeitr\u00e4gen und einem \u00dcberschuss von der Wallfahrt.<\/p>\n<p>Der Schriftf\u00fchrer des Vereins Heinrich Niemann, damaliger Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer der AOK Meppen, hat am 19. Juni 1923 ein Mitgliedsverzeichnis r\u00fcckblickend vom Gr\u00fcndungsjahr an aufgestellt. Danach waren es 8 M\u00e4nner, Handwerker und Ackerb\u00fcrger, aus Meppen und n\u00e4chster Umgebung, die sich um Dr. Johannes Freese zusammenfanden mit dem Ziel, die schon seit Jahrhunderten bestehende Wallfahrtstradition in Statuten zu fassen und weiter auszubauen.<\/p>\n<p>Der Vereinsgr\u00fcnder Dr. Johannes Freese als Adjunkt und sp\u00e4ter Vikar in Meppen hat bis 1903 die Wallfahrt allj\u00e4hrlich pers\u00f6nlich gef\u00fchrt, bis er in dem Jahr als Pfarrer nach Schwagstorf versetzt wurde, den Ort, der den Meppenern jedes Jahr auf dem Hin- und R\u00fcckweg Quartier gab \u2013 und auch heute noch gibt. Er blieb auch hier seinen Meppener Pilgern sehr verbunden, hat sie jedes Jahr feierlich eingeholt und wieder verabschiedet, Quartiere zugewiesen und in Gespr\u00e4chen mit ihnen sich aktuelles berichten lassen und Erlebnisse aufgefrischt.<\/p>\n<p>Bis ins Jahr 1913 sind wesentliche Ereignisse des Vereinslebens im Kassenbuch notiert. Ab 16. Februar 1913 erm\u00f6glichen Protokolle konkretere Einblicke in das Vereinsleben, wie Wahlen des Vorstands, Aufnahme neuer Mitglieder, Festlegung von Beitr\u00e4gen, vorbereitende Versammlungen zu den j\u00e4hrlichen Wallfahrten, Festlegung des Wallfahrtsweges, Beschaffung von Pferde-Begleitwagen, Anschaffungen, u.a. Im wesentlichen Dinge, wie sie auch heute noch im Vereinsleben an der Tagesordnung sind.<\/p>\n<p>Das Jahr 1917 war ein Meilenstein f\u00fcr das Vereinsleben. Es wurde das 25-j\u00e4hrige Vereinsbestehen gefeiert. Zu diesem Ereignis hatte der damalige Pr\u00e4ses, Kaplan Alfons Preuin, im Jahr vorher das erste \u201ePilgerbuch f\u00fcr die Wallfahrt nach Rulle\u201c erstellt, das von da an gem\u00e4\u00df Vereinsbeschluss bei der Wallfahrt benutzt werden sollte.<\/p>\n<p>Lt. Notierung feierten am 01. Mai des Jahres 1917 bei fr\u00fchlingshaftem Wetter mehrere tausend Gl\u00e4ubige mit ihrem Bischof Dr. Wilhelm Berning das Jubil\u00e4um. Die Zahl der Pilger stieg in den Folgejahren stetig an. Von etwa 120 im Jahr 1916 bis auf etwa 300 im Jahr 1929.<\/p>\n<p>Die Meppener Wallfahrt weitete sich aus. Seit 1925 haben die Bawinkeler einen eigenen Wallfahrtsverein. Auch die Freunde aus Hasel\u00fcnne wurden immer mehr, so dass Pfarrer Hermann Schepers im Jahr 1946 f\u00fcr seine Pfarrgemeinde eine eigene Wallfahrt nach Rulle organisierte.<\/p>\n<p>Selbst die nationalsozialistische Regierungsherrschaft konnte die Treue der emsl\u00e4ndischen Wallfahrer nach Rulle nicht brechen. Offiziell wurde die Wallfahrt 1939 verboten. Damit war auch die Organisation durch den Wallfahrtsverein unterbunden. Unaufgefordert und auf eigene Gefahr machten sich aber Pilger auf den Weg, einzeln oder in kleinen Gruppen und auf Schleichwegen. Verst\u00e4ndlicherweise waren w\u00e4hrend der Kriegsjahre die Teilnehmerzahlen geringer, \u00fcberwiegend Frauen nahmen den Weg auf sich.<\/p>\n<p>Im Jahr 1945 war es wegen der Ereignisse in den letzten Kriegstagen nicht mehr m\u00f6glich, wie \u00fcblich zum 01. Mai den Weg nach Rulle anzutreten. Stattdessen wurde aber noch in demselben Jahr vom 07. bis 11. September die Wallfahrt nachgeholt, was unter Ber\u00fccksichtigung der Zeitumst\u00e4nde besondere Bewunderung verdient.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Wie lange es die Meppener Wallfahrten nach Rulle gibt, l\u00e4sst sich nicht genau nachweisen, zweihundert Jahre, ja nach verschiedenen Quellen und Ansichten sogar mehr als dreihundert Jahre. 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